Politische Bildung VHS Bautzen – Zusammenfassung einer Veranstaltung mit Julia Ebner am 25.10.2018

„WUT – Was Islamisten und Rechtsextreme mit uns machen“

Kurze Zusammenfassung eines aufschlussreichen Vortrages von Julia Ebner am 25.10.2018 in der Volkshochschule Bautzen

Infos zum Buch: https://www.presseportal.de/pm/128031/3860784

Mit zahlreichen Beispielen unterlegte Julia Ebner ihre Forschungsergebnisse. Sie verdeutlichte, dass Islamisten und Rechtsextreme sich gegenseitig puschen und sogar zusammenarbeiten. Ihr Ziel ist identisch. Es geht darum, den „Graubereich“ der Gesellschaft (die „Normalbürger“) verschwinden zu lassen. Der ersehnte Zustand ist die totale Polarisierung der Gesellschaft bis zum offenen Kampf. Dies erreichen beide Seiten durch die Verbreitung von Ideologien wie der Verschwörungstheorie von der Jüdischen Weltverschwörung. Feinde beider Seiten sind „die Moderne“, die Globalisierung, die parlamentarische Demokratie, der Pluralismus etc., und sie haben ein ähnliches Frauenbild. Verdeutlicht wurde die Ähnlichkeit der islamistischen Extremisten und Rechtsextremisten an Beispielen von Internetauftritten, wo deutlich wird, dass man einander sogar kopiert.

Julia Ebner konnte nachweisen, dass Terroranschläge der einen Seite immer einen Anstieg der Anschläge der jeweils anderen Seite nach sich zogen. In den Chats wurde beispielsweise von Islamisten sehr gefeiert, dass Trump gewählt wurde. Oder es wird bejubelt, wenn die AfD viele Stimmen bekommt. Denn dies führt näher an ihr Ziel der extremen Polarisierung bis hin zum offenen Konflikt/Krieg. Es hilft ungemein beim Anwerben von neuen Kämpfern.

Beobachten kann man die Scharfmacher auch auf der rechtsextremen Seite. Der Vordenker der Neuen Rechten und Vaterfigur für die „Identitäre Bewegung“ Götz Kubitschek https://www.focus.de/politik/deutschland/goetz-kubitschek-aus-schnellroda-verleger-lenkt-afd-rechtsaussen-bjoern-hoecke_id_9794922.html, sagt ganz offen: „Unser Ziel ist nicht die Beteiligung am Diskurs, sondern sein Ende als Konsensform, nicht ein Mitreden, sondern eine andere Sprache, nicht der Stehplatz im Salon, sondern die Beendigung der Party. Das ist eine Kriegserklärung an die offene und gesprächsorientierte Gesellschaft. Es geht ihm um die Überwindung der parlamentarischen Demokratie und er ersehnt die tiefst mögliche Spaltung. Die Bewegung zielt ab auf den Umsturz des Systems. Dazu empfehle ich auch das Buch „Das Netzwerk der Identitären“: https://www.christoph-links-verlag.de/index.cfm?view=3&titel_nr=9008

Hoffen wir, dass sich nicht noch mehr Menschen in die Wut-Hass-Spirale ziehen lassen. Hoffen wir auf eine „Resilienz der gesellschaftlichen Mitte“, wie Julia Ebner es bezeichnete. Hoffen wir, dass die Extremismus-Spirale durchbrochen werden kann!

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